Open-Library in Friedrichsort: CDU-Vorschlag eröffnet neue Möglichkeiten

05.12.2019

Langsam mahlen die Mühlen Kiels Verwaltungsspitze. Erschwerend kommt hinzu, dass die in Kiel regierende Kooperation aus Roten und Grünen und ihren wechselnden „Mehrheitssicherern“ es nur schwer ertragen kann, wenn „gute Anträge“ von der Opposition kommen, so der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, Ratsherr Stefan Kruber.

Denn auch diese „guten Anträge“ werden konsequent erst einmal abgelehnt.

Eventuell kann man sie ja später selbst oder mittels der Stadtverwaltung wieder „aus der Kiste“ holen und sie als neue, eigene und spektakuläre Idee verkaufen.

Dieses Verfahren hat sich im Laufe der Jahre etabliert und aus Sicht der Kooperation offensichtlich bewährt.

Jüngstes Beispiel ist die geplante „Open Library“ in Friedrichsort. Diese wirklich gute Idee ist nämlich gar nicht neu in Kiel: Bereits vor genau drei Jahren beantragte die CDU-Ratsfraktion ein „Pilotprojekt elektronische Zugangsberechtigung für Büchereinutzer“, um damit u.a. nach dänischem Vorbild z.B. auch die Öffnungszeiten der Stadtbücherei ausweiten zu können.

Was damals die Rathauskooperation aus Roten, Grünen und sogar Dänen ablehnte, verkauft Kiels grüne Bildungsdezernentin nun als herausragendes Projekt, das die „Grundlage für eine Neuausrichtung des Büchereiwesens in Kiel“ legen wird, „gewissermaßen ein Prototyp“.

Nun ja: viele andere Städte proben dieses System schon längst. Und in Dänemark kann man sich gar nichts anderes mehr vorstellen.

Die Mühlen in Kiel mahlen eben langsam…

Der CDU-Ratsfraktion ist es nur recht, denn das Ergebnis zählt. Doch manchmal mischt sich ein kleines bisschen Wehmut unter den Gedanken, dass Kiel eigentlich viel schneller ein bisschen moderner und bevölkerungsfreundlicher werden könnte, wenn Projekte oft nicht ausschließlich an parteipolitischem Kalkül scheitern würden.

Aber es ist ja bald Weihnachten, und aus Verantwortungsbewusstsein für unsere Stadt darf man sich vielleicht etwas mehr ehrliches Miteinander anstatt blinder politischer Ideologie in Kiels Rathaus wünschen, so Ratsherr Kruber abschließend.