Holstein-Stadion: Zusatzbau Finanzierung muss klar geregelt werden

13.07.2026

Die CDU-Ratsfraktion begrüßt grundsätzlich die Pläne von Holstein Kiel für ein Vereinsmuseum, einen Fanshop, gastronomische Angebote und Bildungsräume am neuen Stadion. Zugleich ist klar: Für Museum, Fanshop und Gastronomie muss der Verein die finanzielle Hauptverantwortung übernehmen. Öffentliche Mittel sollten angesichts der angespannten Haushaltslage vorrangig in den Breitensport und die Sanierung maroder Sportstätten fließen, erklärt der sportpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Ratsherr Sebastian Thiede.

Holstein Kiel ist ein bedeutender Teil der Kieler Stadtgeschichte. Ein Vereinsmuseum kann diese Geschichte für Fans, Gäste und kommende Generationen sichtbar und erlebbar machen. Ebenso ist eine multifunktionale Nutzung des Stadiongeländes außerhalb der Spieltage ausdrücklich wünschenswert. Auch das gesellschaftliche Engagement des Vereins verdient Anerkennung. Angebote wie der „Lernhafen“, Veranstaltungen zur Berufsorientierung sowie Projekte mit Schulen, Kindertagesstätten und Hochschulen sind wertvolle Bestandteile der Kieler Bildungslandschaft. Es gehört zu Recht zum Selbstverständnis des Vereins und entspricht seiner Satzung, politische, demokratische und gesellschaftliche Weiterbildung als eigene Aufgabe zu betrachten. Deshalb ist es sinnvoll, bei der weiteren Planung auch geeignete Räume für diese Arbeit vorzusehen, erklärt Thiede.

Die CDU-Ratsfraktion hält es für wichtig, die Finanzierung des geplanten Mehrzweckbaus im weiteren Verfahren verlässlich zu klären. Nach ersten Schätzungen belaufen sich die Kosten auf einen mittleren einstelligen Millionenbetrag.

Für den Neubau des Holstein-Stadions sind bereits rund 30 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln zugesagt worden. Darüber hinaus hat sich die öffentliche Hand unter anderem am Nachwuchsleistungszentrum finanziell beteiligt. Vor diesem Hintergrund müssen die Zuständigkeiten bei dem geplanten Zusatzbau klar benannt werden. Angesichts der Haushaltslage muss ein sportpolitischer Schwerpunkt darauf liegen, insbesondere in den Breitensport und in die Sanierung der damit zusammenhängenden maroden Sportinfrastruktur zu investieren. Der Verein müsste daher bei Museum, Fanshop und Gastronomie die finanzielle Allein- oder Hauptverantwortung tragen, betont Thiede.

Ein Vereinsmuseum, ein Fanshop und gastronomische Angebote sind grundsätzlich dem wirtschaftlichen und organisatorischen Verantwortungsbereich des Vereins zuzuordnen. Zudem sind bei jeder Form öffentlicher Unterstützung die europäischen Beihilfevorschriften zu beachten. Artikel 55 der Verordnung (EU) Nr. 651/2014 enthält besondere Anforderungen für Sportinfrastrukturen und multifunktionale Freizeitinfrastrukturen. Abhängig von der konkreten Ausgestaltung, der Höhe einer möglichen Förderung und der wirtschaftlichen Nutzung kann eine vertiefte beihilferechtliche Prüfung und gegebenenfalls ein zeitintensives Verfahren auf europäischer Ebene erforderlich werden, das im ungünstigsten Fall auch Auswirkungen auf den Zeitplan des Stadionbaus haben könnte.

Die Idee verdient eine konstruktive Diskussion und Prüfung. Voraussetzung ist jedoch ein transparentes und tragfähiges Finanzierungskonzept. Ungeachtet dessen bleibt unser Ziel, das neue Holstein-Stadion zu einem Ort zu entwickeln, der auch außerhalb der Spieltage einen Mehrwert für Kiel bietet und gleichzeitig die Anforderungen an ein erstligataugliches Stadion erfüllt, so Ratsherr Thiede abschließend.