Geschmacklose Einmischung: LH Kiel macht Werbung für Kirchenaustritte

05.02.2026

In einem Beitrag auf den Social-Media-Kanälen der Landeshauptstadt Kiel vom 5. Februar 2026 wird Werbung für das neue Angebot der Online-Services des Stadtamtes gemacht. Als Beispiel wird der digitale Service für Kirchenaustritte in einem Video dargestellt.

Dazu erklärt die 1. stellv. Vorsitzende und personalpolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion, Ratsfrau Antonia Grage: Dass die Landeshauptstadt Kiel unter Führung von Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer (SPD) sich ausgerechnet den neuen Online-Service, Kirchenaustritte ab sofort digital durchzuführen, als Werbung für die neuen digitalen Services, aussucht, ist geschmacklos. Damit mischt sich die Landeshauptstadt in die Angelegenheiten der Institution Kirche ein. Sie macht nicht nur Werbung für einen neuen digitalen Service, sondern explizit für Austritte aus der Kirche. Dies steht einer staatlichen Institution nicht im Geringsten zu.

Dies ist umso bitterer, als dass die CDU-Ratsfraktion die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen grundsätzlich sehr unterstützt. Mit dem neuen Pilotprojekt im Kieler Rathaus werden einige bisher wortwörtlich notwendige Behördengänge vereinfacht. U. a. gehören auch Vater- und Mutterschaftsanerkennungen, Erklärungen zum Namen eines Kindern und zur Namensführung in der Ehe sowie die digitale Unterstützung bei der Antragstellung zur Einbürgerung dazu. Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer (SPD) wäre gut beraten gewesen, für das Pilotprojekt mit einer dieser Verwaltungsleistungen in einem Video Werbung zu machen statt für Austritte aus der Kirche zu werben.