Tag 3: Finanzen & Wirtschaft
Die CDU-Ratsfraktion setzt ihre inhaltliche Analyse des Programms Kiel.JETZT von Oberbürgermeister Dr. Samet Yilmaz fort.
Der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, Ratsherr Carsten Rockstein, erklärt:
Nach den eklatanten Lücken beim Schulbau und der auffälligen Inhaltsleere beim Sport zeigt sich nun auch bei den Themen Finanzen und Wirtschaft ein bekanntes Muster: große Worte, aber keine belastbaren Antworten. Gerade angesichts der dramatischen Haushaltslage wären hier Klarheit und Ehrlichkeit erforderlich gewesen.
Wer in dieser Situation Verantwortung übernimmt, muss sagen, was geht – und vor allem, was nicht mehr geht. Genau das bleibt das Programm schuldig.
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Finanzen – viele Worte, keine Richtung
Dazu führt der finanzpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Ralph Roick, aus:
Die Ausführungen zur Haushaltslage im Programm des neuen Oberbürgermeisters sind zwar rhetorisch geschliffen, bleiben jedoch inhaltlich äußerst vage und stehen in scharfem Kontrast zur harten finanziellen Realität Kiels. Worte wie „Augenmaß“, „klare Prioritäten" und „gezielte Investitionen“ klingen angesichts eines Defizits von über 100 Mio. € im Jahr 2026 und den ebenso negativen Aussichten für die Folgejahre daher sehr beschönigend.
Der Oberbürgermeister nutzt stattdessen Füllwörter und schwammige Formulierungen, um Handlungsfähigkeit zu signalisieren, ohne sich festlegen zu müssen. Er benennt nicht konkret, was für ihn Vorrang hat. Er spricht von Bündelung von Fördermitteln, die in der Regel jedoch zweckgebunden sind und sich nicht beliebig bündeln lassen.
Auch die Beschwörung der gemeinsamen Kraft verdeckt die politischen Verteilungskämpfe, die bei einem Defizit dieser Größenordnung zwangsläufig entstehen. Der Oberbürgermeister suggeriert hier Konsens, wo in der Realität harte politische Entscheidungen gegen Partikularinteressen getroffen werden müssen.
Die Ankündigung punktueller Maßnahmen Schritt für Schritt greift ebenso zu kurz. Es bräuchte tiefgreifende Maßnahmen, die der Oberbürgermeister jedoch mit allgemeinen Begriffen wie konsequenter Steuerung umschifft.
Es ist der Versuch des neuen Oberbürgermeisters, Zuversicht zu moderieren, wo die nackten Zahlen eigentlich Alarm schlagen. Der Oberbürgermeister bleibt die Antwort schuldig, wie die Stadt den Spagat zwischen der Erledigung der Pflichtaufgaben, den notwendigen Investitionen in Bildung und Infrastruktur und der drohenden massiven Überschuldung ohne eigenes Gegensteuern bewältigen will.
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Wirtschaft – Überschriften statt Strategie
Carsten Rockstein, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion ergänzt:
Der Bereich Wirtschaft bleibt im Programm des Oberbürgermeisters auffallend oberflächlich. Schlagworte wie die „vier Ws“ ersetzen keine echte wirtschaftspolitische Strategie. Es fehlt eine klare Linie, wie Kiel als Wirtschaftsstandort konkret weiterentwickelt werden soll.
Weder gibt es Aussagen zu einer aktiven Gewerbeflächenpolitik noch zu einer strategischen Weiterentwicklung des Hafens oder der industriellen Strukturen. Auch zentrale Fragen wie Fachkräftesicherung, Unternehmensansiedlungen oder der Umgang mit bestehenden Betrieben werden nicht konkret beantwortet.
Es fehlt jede Priorisierung und jede messbare Zielsetzung.
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Fortsetzung folgt: Die CDU-Ratsfraktion wird weitere zentrale Schwachstellen des Programms in den kommenden Tagen aufarbeiten.

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