CDU-Ratsfraktion möchte modernes Hörnquartier

16.05.2019

Mehr Grün, öffentlich zugängliche Dächer und zeitgemäßer Verkehr sollen Quartier mit Strahlkraft entstehen lassen

Zur Städtebaulichen Gesamtmaßnahme Kiel Hörnbereich, Fortschreibung der Sanierungsrahmenplanung, die in der heutigen Ratsversammlung beraten wird, erklärt Ratsherr Florian Weigel, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und baupolitischer Sprecher:

Wir begrüßen es sehr, dass es an der Hörn weitergeht und das Areal, das lange brach lag, sich jetzt endlich weiterentwickeln kann und bebaut wird. Das war längst überfällig.

Im Großen und Ganzen unterstützen wir auch den Sanierungsrahmenplan. Allerdings stammt der Plan im Wesentlichen noch aus den 90er-Jahren. Aus Sicht der CDU-Ratsfraktion ist es daher notwendig, die Entwicklung des Hörnbereichs an heutige Bedürfnisse anzupassen und zeitgemäße Maßnahmen durchzuführen. Unser Ziel ist es, einen Akzent zu setzen, hin zu mehr Klima- und Umweltschutz in der Stadt, hin zu nachhaltigerer Mobilität sowie vernünftiger Verkehrsführung und Öffnung für die Menschen. Wir möchten mehr Grün im Hörnbereich, öffentlich zugängliche Dächer, am besten mit einem gastronomisch genutzten Dachgarten auf Bürogebäuden und einen zeitgemäßen Verkehr. Wir erhoffen uns, dass dadurch ein Quartier mit Strahlkraft auch für die zukünftige bauliche Entwicklung in Kiel entsteht.

Daher möchten wir, dass auf allen noch unbebauten Baufeldern nach Möglichkeit Gründächer geschaffen werden und die Fassaden soweit als möglich auch begrünt werden. Wir möchten die Begrünung des Stadtraums etwa durch Förderung von Urban Gardening oder die Pflege und Patenschaft von Anpflanzungen durch Anliegerinnen und Anlieger und Bürgerinnen und Bürger besonders fördern. Gerade in Zeiten, in denen der Klimawandel spürbar wird, sollten diese Umwelt- und Klimaaspekte stärker berücksichtigt werden. Auch leistet mehr Grün in der Stadt einen wichtigen Beitrag für das Mikroklima in der Stadt und das Wohlbefinden der Menschen.

Schon die öffentliche Diskussion um den IBSH-Neubau zeigte, dass die Kielerinnen und Kieler sich eine öffentliche Zugängigmachung der Dächer – wo möglich - für Gastronomie wünschen. Insbesondere auf Baufeld III, das durch seine besondere Lage am Wasser zwischen Germaniahafen und Hörn dafür besonders geeignet erscheint, könnten wir uns sehr gut eine Skybar, eine Dachterrasse oder einen Strandclub über den Dächern der Stadt vorstellen soweit eine gewerbliche Nutzung dies zulässt. So könnten alle Kieler von der einmaligen Lage des Gebäudes profitieren.

Und wir möchten mehr für den zeitgemäßen Verkehr an der Hörn tun. Deswegen ist uns die Förderung des Verkehrsmix’ besonders für Fußgänger und Radfahrer ein großes Anliegen. Die Straße Zur Helling erscheint in der bisherigen Planung als zu schmal für den Verkehrsmix aus möglichem künftigen ÖPNV, motorisiertem Individualverkehr und Radfahrern. Daher möchten wir die Straße entweder als Einbahnstraße haben oder die Fahrbahnbreite deutlich vergrößern.

Die Verbindung zwischen Gaardener Brücke und Germaniahafen ist insbesondere für Radfahrer problematisch. Die engen Kurven und die Engstelle am Übergang zwischen dem Ernst-Busch-Platz und dem Gaardener Ring (Übergang zum künftigen Anschluss Gaardener Brücke) sind zu eng und bremsen den Verkehr. Hier wollen eine gradlinigere Verkehrsführung, so dass der Radverkehr sicherer und schneller fließen kann ohne den Fußgängern in die Quere zu kommen.