Autofreie Kiellinie soll vom Versagen der Stadt ablenken

26.08.2020

Zu den Plänen der Landeshauptstadt Kiel zur Umgestaltung der Kiellinie erklärt der stellv. Vorsitzende und stellv. verkehrspolitische Sprecher sowie direkt gewählter CDU-Ratsherr für Düsternbrook, Florian Weigel:

Nach Jahren der Verzögerung bei der Sanierung der Kiellinie ist der Vorschlag der Stadtverwaltung zur autofreien Kiellinie Aktionismus. Der Vorstoß soll wohl vom fünfjährigen Versagen der Stadt Kiel an der Kiellinie ablenken. Seit über fünf Jahren herrscht an der Kiellinie nämlich Stillstand. Der Bauzaun wird dort noch auf Jahre stehenbleiben. Hinter ihm gedeihen bereits Pflanzen.

Oberbürgermeister und Stadtbaurätin haben sich bereits vor der Infoveranstaltung im September auf eine autofreie Zone festgelegt. Was soll der geplante Wettbewerb, wenn Oberbürgermeister und Baudezernentin die Ergebnisse vorher festlegen? Die Stadt darf das Ergebnis der Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung der Kiellinie nicht vorwegnehmen.

Für eine Sperrung der Kiellinie gibt es bislang kein Verkehrskonzept. Die Ergebnisse einer Verkehrszählung konnte die Verwaltung bislang nicht vorlegen. Der Ortsbeirat wartet darauf seit Monaten. Bürgernahe Verwaltung sieht anders aus!

Die gemachten Erfahrungen mit der gesperrten Kiellinie sind auch für die Anwohner höchst ernüchternd. Lauten Durchgangsverkehr durch Wohnstraßen und eine Gefährdung von fahrradfahrenden Schulkindern darf es nicht geben. Wir brauchen dringend ein schlüssiges Verkehrskonzept, wie der Verkehr zukünftig abseits von Wohngebieten gesteuert werden kann.

Die begrüßenswerte und lange verzögerte Umgestaltung der Kiellinie darf nicht zu Lasten der Anwohner gehen. Darüber hinaus sollte unter dem Stichwort "moderne Mobilität“ nicht nur die Option einer autofreien Kiellinie, sondern einer attraktiven Mischnutzung geprüft werden oder eine Sperrung nur am Wochenende oder in den Ferien. Klar ist, dass wir endlich eine Aufwertung Kiellinie brauchen. Der Zaun muss weg!