Urbanität wagen, Wohnraum schaffen

16.05.2019

Die Kieler Innenstadt braucht eine Belebung und einen modernen Entwicklungsrahmen. Darüber hinaus ist zusätzlicher Wohnraum in Kiel erforderlich.

Deshalb fordert  die CDU-Ratsfraktion in der heutigen Sitzung der Ratsversammlung mittels ihres Antrages „Urbanität wagen, Wohnraumschaffen“ (Drs. 0248/2019) die Verwaltung auf,  die Entwicklung der Holstenstraße oder Teilen hiervon und ggf. weitere innerstädtische Lagen (z.B. Gaardener-Post-Areal, alter Markt, Altstadtinsel) zu einem sog. „Urbanen Gebiet“ i.S.v. § 6a BauNVO vorzubereiten, so der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, Ratsherr Stefan Kruber.

Heutzutage werden Geschäftshäuser in der Innenstadt überwiegend anders genutzt als zum Zeitpunkt ihrer Erbauung. Einzelhandel findet fast ausschließlich in den Erdgeschoss-Lagen statt, der Bedarf des Handels an Büro- und Lagerflächen ist deutlich gesunken. Vielfach werden obere Geschosse nicht oder nur teilweise genutzt.

Deshalb soll mittels des CDU-Antrages geprüft werden, welche Bereiche der Innenstadt  für ein „Urbanes Gebiet“ in Betracht kommen. Mit den Eigentümern der Häuser in den entsprechenden Gebieten sollen Gespräche aufgenommen werden, in denen für ein „Urbanes Gebiet“ geworben wird, und dargestellt wird, in welchem Umfang hier neuer Wohnraum entstehen könnte.

Durch das Instrument des „Urbanen Gebietes“ könnten gezielt obere Stockwerke zu Wohnraum umgenutzt werden. Dies ist für die Eigentümer attraktiv, erlaubt die zeitnahe Gewinnung zusätzlicher Wohnflächen und kann die Innenstadt insbesondere abends beleben. Nahversorgungseinrichtungen (z.B. Supermärkte) und Gastronomie würden sich besser entwickeln können. 

Um zu vermeiden, dass sich durch neue Wohnungen in der Innenstadt die Verkehrsbelastung erhöht, soll ein Konzept „Wohnen in der Innenstadt mit moderner Mobilität“  entwickelt werden. Dabei soll insbesondere auf die Kombination von Maßnahmen wie solche des Radverkehrs, der E-Mobilität mit Rollern, des Carsharings, des ÖPNV und extern gelegener Park and Ride Stellplätze eingegangen werden. So könnte zusätzlicher Wohnraum ohne zu-sätzliche PKW-Belastung in der Innenstadt entstehen.