Kieler Seniorenticket - Ergebnisse der Evaluation sind enttäuschend

28.08.2018

Zur Geschäftlichen Mitteilung des Eigenbetrieb Beteiligungen anlässlich der Evaluation des sich in Probe befindenden Seniorentickets zur Halbzeit der Probephase resümiert der stellv. Vorsitzende und sozialpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Ratsherr Jan Wohlfarth:

Ursprünglich einem CDU-Antrag folgend wurde für die Einführung eines Seniorentickets folgendes formuliert: „Der Rabatt für Seniorinnen und Senioren soll sich im Sinne eines Solidarmodells selbst finanzieren, sodass kein Zuschuss der Stadt notwendig ist.“ Dieses Ziel wurde laut  Bericht des Eigenbetriebes, der im nächsten Wirtschaftsausschuss, Ausschuss für Soziales, Wohnen und Gesundheit sowie der nächsten Ratsversammlung am 20.09.2018 vorgelegt wird, krachend ver-fehlt.

Ganze 472 Seniorenabos wurden mehr verkauft, bei einem Potenzial von ca. 40.000 Abonnenten. Von den insgesamt  680 neuen Abonnenten waren alle vorher Gelegenheitsfahrer, d.h. kein einziger ist damit komplett vom Pkw auf Busse umgestiegen. Im Gegenzug sind der Stadt Mehrkosten von über 108.000,00 € für Fahreinnahmepooling und bürokratischen Aufwand entstanden, auch mussten während der bisherigen Probephase bereits über 235.000 € an Ausgleichszahlungen seitens des Eigenbetriebes Beteiligungen an die KVG geleistet werden.

Wir sind mit dem bisherigen Ergebnis des Seniorentickets somit nicht zufrieden und werden in den Ausschüssen Überlegungen für Verbesserungen und Veränderun-gen anstreben, fasst Ratsherr Wohlfarth zusammen.
Die CDU-Ratsfraktion steht Versuchsprojekten offen gegenüber. Ein gescheitertes  Projekt aber krampfhaft als Erfolg zu verkaufen, ist lediglich eine Verschwendung von Steuergeldern.
Wir fordern den Oberbürgermeister daher auf, sich an die geltende Beschlusslage zu halten und ggf. für eine automatische Einstellung des Seniorentickets zu sorgen „sofern sich im Probezeitraum herausstellt, dass die Fortführung eines städtischen Zuschusses bedarf.