Die Berichterstattung in den Kieler Nachrichten vom 24.03.2026 („Die Route der neuen Stromauto-bahn“) über ein weiteres geplantes Groß-Umspannwerk im Kieler Westen sorgt in der CDU-Ratsfraktion für erhebliches Unverständnis. Dabei richtet sich die Kritik nicht nur an den Netzbetreiber Tennet, sondern ausdrücklich auch an Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer.
Der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, Ratsherr Carsten Rockstein erklärt: Es ist bemerkenswert, dass der Oberbürgermeister öffentlich scharfe Kritik an Tennet äußert, es gleichzeitig aber offenbar nicht für erforderlich hielt, die Mitglieder der Ratsversammlung frühzeitig über die Planungen für ein zweites Umspannwerk zu informieren. Selbst die zuständigen Fachpolitikerinnen und Fachpolitiker wurden nicht eingebunden. Eine solche Informationspolitik wird der Bedeutung dieses Projekts in keiner Weise gerecht und ist ein Schlag ins Gesicht der betroffenen Bürgerinnen und Bürger.
Mit Blick auf die öffentliche Kommunikation des Oberbürgermeisters ergänzt Rockstein: Leider be-wahrheitet sich damit, was wir bereits im vergangenen Jahr befürchtet haben. Der Oberbürgermeister scheint zunehmend auf Wahlkampftour zu sein – und hat dabei offenbar wenig Zeit für die Verantwor-tung gegenüber der Landeshauptstadt.
Zugleich wächst in der CDU-Ratsfraktion die Skepsis gegenüber dem Vorgehen von Tennet. Rock-stein erklärt dazu abschließend: Das Unternehmen spricht von Transparenz und Beteiligung, vermittelt bislang jedoch ein höchst eigentümliches Verständnis davon. Wer von Beteiligung spricht, muss sie auch tatsächlich praktizieren. Dieses wiederkehrende Muster untergräbt das Vertrauen in Planung und Verfahren, sowohl in der Kommunalpolitik als auch in der Bevölkerung.

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