Wir Klarheit bei der Kanalisation Verantwortung heißt langfristig denken

14.01.2026

Die CDU-Ratsfraktion fordert mit einem aktuellen Antrag (Drs. 0005/2026) eine verbindliche Sanierungsstrategie für die Kieler Kanalisation sowie eine transparente und belastbare Darstellung der dafür notwendigen Investitionen. Ziel ist es, einen über Jahre aufgebauten Sanierungsstau systematisch abzubauen und künftig zu verhindern – mit klaren Zahlen, festen Prioritäten und einer langfristigen Perspektive für die Stadt.

Aus Sicht der CDU-Ratsfraktion ist die bisherige Vorgehensweise von fehlender Weitsicht geprägt. Über lange Zeiträume wurde der tatsächliche Investitionsbedarf nicht ausreichend konkret benannt, geschweige denn strategisch hinterlegt.

Ratsherr Carsten Rockstein, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion, erklärt:
Die Kieler Kanalisation ist ein zentraler Bestandteil unserer kommunalen Daseinsvorsorge. Werterhalt und Funktionssicherheit dürfen nicht von Jahr zu Jahr vertagt werden. In der Vergangenheit hat es an einer klaren langfristigen Sichtweise gefehlt. Genau das fordern wir jetzt ein – im Interesse der Bürgerinnen und Bürger und der kommenden Generationen.

Nach Angaben der Verwaltung liegt der langfristige Investitionsbedarf für die Kieler Kanalisation bei über einer Milliarde Euro. Für die nächsten zehn Jahre wird lediglich ein zweistelliger Millionenbetrag pro Jahr genannt – eine Spanne, die politisch und finanziell alles andere als trivial ist. Zwischen 10 und 99 Millionen Euro jährlich liegen Welten, wenn es um Haushaltsplanung, Gebührenentwicklung und Prioritätensetzung geht.

Wer mit solchen Größenordnungen arbeitet, muss auch den Mut haben, sie konkret zu benennen. Unsere Bevölkerung hat Anspruch auf Ehrlichkeit und Transparenz. Vage Angaben helfen weder der Ratsversammlung noch den Menschen in dieser Stadt, betont Rockstein.

Der Antrag fordert daher nicht nur eine detaillierte Auflistung sanierungsbedürftiger Kanalabschnitte, konkreter Maßnahmen und exakter Kosten, sondern auch eine klare Aussage darüber, wie diese Investitionen in den kommenden Haushalten abgebildet werden sollen. Ergänzend soll geprüft werden, ob eine Ausgliederung der Abwasserbeseitigung in einen eigenständigen Zweckverband oder eine vergleichbare Organisationsform langfristig mehr Planungssicherheit, Investitionsfähigkeit und Gebührenstabilität ermöglichen kann.

Es geht nicht um Bürokratie oder Organisationsdebatten um ihrer selbst willen. Es geht um Verantwortung. Wir müssen heute die Grundlagen dafür schaffen, dass unsere Infrastruktur auch morgen funktioniert – verlässlich, finanzierbar und transparent. Klarheit für die Zukunft ist das Mindeste, was wir den Kielerinnen und Kielern schulden, so Ratsherr Carsten Rockstein abschließend.