Klimaschutz (auch lokal) ernstnehmen, Ratsbeschlüsse umsetzen!

12.12.2017

Angesichts der Bedeutung des Klimaschutzes für Kiel ist es höchst verwunderlich, wie oberflächlich die Verwaltung die einstimmig von der Ratsversammlung beschlossene Prüfung des Nutzens von Mooswänden gegen Feinstaub- und Stickoxidbelastungen vorgenommen hat, erklärt der umweltpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Ratsherr Robert Vollborn, zur Geschäftlichen Mitteilung (GM) „Mooswände zur Luftverbesserung“.

Wenn Menschen unter lokal Grenzwertüberschreitungen leiden und wenn Fahrverbote und Klageverfahren drohen, dann hätte die Prüfung in der von der Ratsversammlung vorgegebenen Zeit (September statt Dezember) und mit einem nutzbaren Ergebnis - zumindest vorläufig - enden müssen.

Möglich gewesen wäre ein Vergleich der Erfahrungen aus Berlin, Dresden, Essen, Oslo, Paris oder Stuttgart; die Verwaltung konzentrierte sich aber mit Stuttgart gerade auf jene deutsche Stadt, die klimatisch die größten Unterschiede zu Kiel aufweist - bei Durchschnittstemperaturen, Luftfeuchtigkeit, Niederschlagsmengen oder Sonnenstunden. Wenn das Moos in Stuttgart bei hohen Temperaturen und geringer Niederschlagsmenge vertrocknet, dann erkennt schon der Laie schnell, dass solche Probleme in Kiel nicht auftreten werden. Gleiches gilt, wenn in Stuttgart der Wind fehlt, um Partikel aus der Luft zu den Mooswänden zu transportieren. Wenn nach der GM in Stuttgart Kosten für eine 100 m lange Mooswand mit 388.000 Euro beziffert werden, dann hätte man auch aufführen können, dass andere Städte sich für Elemente im Wert von 25.000 Euro entschieden haben.

Insofern lässt die GM bedeutende und wesentliche Angaben vermissen. Das angekündigte Abwarten von Untersuchungen aus Baden-Württemberg, die sich kaum auf Kiel übertragen lassen, wird unserer Lage nicht gerecht.

Die CDU-Ratsfraktion erwartet zeitnah eine weitere GM, die dem Inhalt des Ratsbeschlusses und der Lage vor Ort entspricht.

Um nicht zusätzlich Zeit zu verlieren, beantragt die CDU-Ratsfraktion deshalb schon jetzt Haushaltsmittel für das Projekt, um überhaupt konkret in den Klimaschutz einzusteigen. Für die Folgejahre haben wir erhebliche Haushaltsmittel bereitgestellt.