Anwohnerparken Städtisches Krankenhaus: Kritik an mangelnder Flexibilität

16.06.2026

Die Einführung des Anwohnerparkens im Bereich Schreventeich rund um das Städtische Krankenhaus sorgt weiterhin für erhebliche Verunsicherung bei den Beschäftigten des Krankenhauses. Die CDU-Ratsfraktion übt deshalb deutliche Kritik am Umgang der Stadtverwaltung mit den berechtigten Anliegen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Ratsherr Lasse Jarno Strauß, erklärt:
           
Wer von Pflegekräften, Ärztinnen und Ärzten sowie weiteren Beschäftigten erwartet, rund um die Uhr eine verlässliche Gesundheitsversorgung sicherzustellen, muss auch ihre Arbeitsrealität berücksichtigen. Die Stadt zeigt beim Anwohnerparken leider eine bemerkenswerte Unflexibilität. Statt pragmatisch Übergangslösungen zu ermöglichen, werden die Beschäftigten mit den Folgen der neuen Regelungen weitgehend allein gelassen.

Das Städtische Krankenhaus ist mit rund 2.000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Landeshauptstadt Kiel und versorgt jährlich zehntausende Patientinnen und Patienten stationär und ambulant. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind auf das Auto angewiesen, insbesondere bei Schichtdiensten in den frühen Morgenstunden, nachts oder an Wochenenden. Die von der Stadt vorgeschlagene, gebührenfreie Nutzung des Wilhelmsplatzes erweist sich dabei als wenig praxistauglich. Durch Jahrmärkte und weitere Veranstaltungen fallen die Parkplätze regelmäßig weg. Eine verlässliche Alternative für die Beschäftigten wird damit gerade nicht geschaffen.

Auch die mobilitätspolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion, Ratsfrau Elisabeth Pier, zeigt wenig Verständnis für die Haltung der Stadt:         

Grundsätzlich unterstützen wir die Ausweitung von Anwohnerparken. Das darf jedoch nicht dazu führen, dass diejenigen benachteiligt werden, die täglich Verantwortung für die Gesundheitsversorgung in unserer Stadt übernehmen. Die Stadt hätte genügend Zeit gehabt, gemeinsam mit dem Krankenhaus praktikable Übergangslösungen zu entwickeln. Stattdessen erleben die Beschäftigten jetzt vor allem Unsicherheit und zusätzliche Belastungen.

Die CDU-Ratsfraktion fordert die Stadtverwaltung auf, kurzfristig gemeinsam mit dem Städtischen Krankenhaus nach Lösungen zu suchen. Dazu könnten zeitlich befristete Ausnahmegenehmigungen für Klinikbeschäftigte, zusätzliche Pendlerparkplätze oder andere Übergangsmodelle bis zur Fertigstellung der geplanten Parkhauskapazitäten gehören.

Ratsfrau Pier und Ratsherr Strauß betonen abschließend:

Die Beschäftigten des Städtischen Krankenhauses verdienen Unterstützung statt zusätzlicher Hürden. Die Stadt sollte ihre Entscheidung nicht dogmatisch verteidigen, sondern gemeinsam mit den Betroffenen nach praktischen Lösungen suchen. Das wäre ein Zeichen von Wertschätzung gegenüber den Menschen, die jeden Tag für die Gesundheit der Kielerinnen und Kieler im Einsatz sind.